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Bitte: Väter in Karenz

Gestern habe ich einen Artikel gelesen in dem es um die Karenz für Väter ging und wie selten diese in Anspruch genommen wird. Laut diesem Artikel gehören wir – also mein Freund und ich – zu einem kleinem Bruchteil derer, die die Möglichkeit der Väterkarenz nutzen.

Dabei kann ich aus meiner Erfahrung nur ein Loblied auf die Väterkarenz singen.
Es kann uns Müttern definitiv nichts besseres passieren.

Aber das sag ich jetzt so flott daher, natürlich hatte ich vorher auch meine Sorgen.
David, mein Freund, wollte bei unserer kleinen Hanna nur im Sommer in Karenz gehen und sich mit den Kindern eine schöne Zeit im Schwimmbad machen. Ich fand diesen Einwand von ihm verständlich und immerhin hatte ich ja jetzt schon 2 „freie“ Sommer zuhause, da wäre es nur fair, wenn er den dritten Sommer bekommen würde. Also einigten wir uns darauf, dass David im August und September seine Karenz antritt.
Hanna ist im August erst 9 Monate gewesen und war bis dahin sehr auf mich fixiert.

Meine Sorgen vor unserem Karenzwechsel waren wohl die gleichen, wie bei allen anderen:
Das Kind wird mich so sehr vermissen und viel weinen.
Natürlich hat mich Hanna die ersten Tage vermisst, aber sie war ja bei ihrem Papa.
Den kannte sie ja und somit war es für die Kleine keine allzu große Umstellung. Ich denke nicht, dass sie tagelang geweint hat, weil sie mich so vermisst hat. Zumindest wirkte sie schon am ersten Abend, als ich von der Arbeit heimkam, sehr glücklich und zufrieden 🙂

Wie soll ich das mit dem stillen machen?
Bezüglich stillen habe ich schon 2 Monate vorher begonnen Hanna an die Flasche zu gewöhnen. Ja ich war hier mit meinem zweiten Kind sehr verwöhnt, denn das Abstillen war sehr schnell und einfach.

Kann der Papa das überhaupt?
Und wie er das kann – hier stimmt der Satz: MEIN MANN KANN!
David hat es sich von Tag 1 an zum Ziel gesetzt, es besser zu machen als ich.
(naja so schwierig ist das bei mir nun wirklich nicht:)) Nein, Spaß beiseite. Er hat alles sofort übernommen: Einkaufen, Wäsche waschen und aufhängen, Kochen, Kinder abholen, mit den Kindern am Nachmittag etwas unternehmen. Es ist wirklich toll!

Natürlich machen Männer manche Sachen anders als wir. Aber… so what… Hauptsache die Dinge sind erledigt. Ein Beispiel: David will jeden Tag einkaufen gehen und nicht so wie ich für 3-4 Tage – ist ok, wenn es ihm nicht zu mühsam ist, warum sollte es mich stören. Wenn er die Wäsche beim Aufhängen nach Kategorien sortieren will (und somit 8x länger als man selbst braucht…) dann ist das so.
Meine Damen – wir sollten uns merken: es ist nicht unsere Zeit 🙂

Schaffe ich überhaupt 40h zurück im Job?
Ohhh ja. Ich hätte es vorher nicht geglaubt, aber der Job ist nicht ganz so anstrengend, wie ein Tag mit den Kindern. Und du hast auch viele Vorteile: Kaffee-Pausen, die du in Ruhe genießen kannst. Mittagessen, und du musst dich nur selbst füttern. Und das allerwichtigste: Selbstbestätigung. Ich habe meine Job immer gerne gemacht und mache ihn auch heute noch gerne. Wenn ich ein Lob erhalte, dann ziehe ich daraus viel Kraft, Motivation und Selbstbewusstsein.

Seit ich wieder arbeiten gehe, habe ich eine kleine Transformation durchgemacht:
Ich schaue wieder mehr auf mich selbst, war shoppen, beim Friseur. Ich habe mich auch mal Abends mit Kolleginnen verabredet. Und aus alldem ziehe ich wahnsinnig viel Energie. Ich bin viel besser drauf als früher. Ich komme heim und freue mich auf meine 3 Schätze. Und der Grund ist einfach der , den wir als Frauen eh ständig hören –
NICHT NUR MUTTER SEIN. Und es ist mehr als nur wahr.

Aber nicht nur ich habe mich verändert. Auch mein Freund. Der liebevolle Vater war er schon vorher. Ein guter Hausmann auch. Aber er versteht jetzt, dass man – trotzdessen man den ganzen Tag Zeit hat – oftmals mit einem kleinen Kind zu nichts kommt. Und diese Erkenntnis hilft uns beiden. Jeden Tag.

cu xxx Babs

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Ein Gedanke zu „Bitte: Väter in Karenz“

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