Allgemein

Warum es den „Zweiten“ oftmals besser geht….

Ich wusste schon immer, dass ich mindestens 2 Kinder haben wollen würde. Vielleicht, weil ich selbst einen Bruder hab. Vielleicht weil ich Einzelkinder oft als verwöhnt wahrgenommen habe (nicht alle natürlich 🙂 )Vielleicht ist es in meinen Genen so vorgegeben. Wer weiß das schon so genau.

Aber als ich mit meiner zweiten Tochter schwanger wurde, da tat sie mir leid, obwohl sie noch nicht mal auf der Welt war. Ich machte mir viele Gedanken darüber, ob es meine kleinen Tochter genauso gut ergehen wird, wie meiner Ersten.
Emily, meine große Tochter, hat ja über 1 1/2 Jahre Zeit mit ihren Eltern gehabt – alleine. Sie hatte die ganze Aufmerksamkeit. Unsere ganze Liebe. Ich hatte seit Beginn der Schwangerschaft ein Kinderbuch geführt, jede Veränderung per Foto dokumentiert.

Und die Zweite? Ich hatte bei der zweiten Schwangerschaft schon keine wöchentlichen Bilder vom wachsenden Bauch mehr gemacht. Ich hatte die Kliniktasche nicht schon Wochen im voraus gepackt. Ich merkte – beim Zweiten ist alles nicht mehr ganz so aufregend. Ich mein – auch die Reaktionen von Familie und Freunde sind nicht mehr so überschwänglich, wie bei Kind Nummer 1.
Und traurig fragte ich mich dann – ist die Kleine nicht total arm? Nichts was sie macht, wird nicht ihre Schwester schon vorher gemacht haben. Und werden wir dann auch so begeistert sein? Außerdem wird sie kaum neue Sachen bekommen – Kleidung, Schuhe, Bücher, Spielzeug – alles wird übertragen von der Schwester. Selbst ihr Gitterbett. Alles.

Und wie ich da so darüber nachdachte, da tat sie mir sehr  leid. Und ich dachte mir, die Zweiten sind schon sehr sehr arm.
Aber diese traurigen Gedanken können nur von einer Mama mit nur einem Kind kommen, denn mittlerweile ist Hanna 1 Jahr und wenn mir viel zu ihr einfällt aber „sehr sehr arm“ ist sie nicht.
Hier meine Erkenntnis aus einem Jahr Zweifach-Mama: 

Entspannte Eltern – entspannte Kinder:

Mama und Papa sind viel routinierter, gelassener und ein eingespieltes Team.
Denn wir wissen blind, wie ein Kinderwagengurt zum Öffnen ist oder ein Maxi Cosi aus der ISOFIX Station genommen wird.Außerdem kennen wir die Kniffe, wie Kinderwagen, Buggyboard, Kind 1, Einkauf und Eltern in den 1 qm Lift passen – ohne das die Mama oder der Papa auszuckt!

Wir verstehen euch: 

Die Mamas und Papas „verstehen“ die zweiten Kinder oft schneller, denn beim Ersten lernt man die Beschwerden zu interpretieren. Und Hanna weint wirklich auch wesentlich weniger als Emily. Das mag aber wohl mehr an dem entspannten Charakter von ihr liegen 🙂

Das kein Hygiene Drama: 

Es ist kein Drama, wenn der Schnuller auf den Boden fällt und wir nur einen mithaben 🙂
Denn Emily ist eh meist schneller als wir und hebt den Schnuller auf und steckt ihn Hanna einfach wieder in den Mund.
Generell sind auch erweiterte Themen wie „sterilisiertes Flaschen“ und „destilliertes Wasser“  bei Kind 2 kaum noch ein Thema.

Nie mehr nasse Windeln

Wir können mittlerweile Windelwechseln – immer und fast überall.

Das große Thema „Essen“

Was ich Zeit und Geld in die Bekochung meiner ersten Tochter investiert habe, kann ich heute nur noch kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen. Ich hatte meinen Menschenverstand abgegeben und mich blind nach Vorgaben diverser Ratgeber orientiert. Ich war immer verunsichert, ob sie genug isst und trinkt. Ob es genug Abwechslung ist. Was darf sie essen, was nicht? Wann darf sie Kuhmilch haben…. es waren 1000 Fragen. Aber ich bin nicht alleine – in einer meiner FB Gruppen zum Thema gesunde Beikost lese ich immer wieder Beitragsfragen von Erstlingsmamas, die einfach nur bescheuert sind. Aber ich brauch diese Mamas gar nicht bemitleidend belächeln – ich war ja wie gesagt, selber so.

Und bei meiner zweiten Tochter sage ich  zum großen Thema: Salzfrei Ernährung im ersten Lebensjahr nur 2 Worte: Ha HA.
Im Ernst, Hanna hat ihren ersten salzigen Puffiletti Flip mit 6 Monaten im Mund.

Ein Alltag:

Jede Erstlingsmama weiß, wie schwer es ist in den ersten Monaten mit dem ersten Kind  irgendwo hin pünktlich zu kommen. Denn einmal schläft das Kleine, dann hat es Hunger, dann ist es direkt vor dem Spaziergang angekackt und muss komplett umgezogen werden. Es ist bei Kind 1 alles irgendwie total zeitaufwändig und alles wird rund um das Kind geplant.
Und warum auch immer, beim Zweiten ist das alles kein Problem. Mit Emily und Hanna bin ich schon 6 Wochen nach der Geburt mit beiden und nur 1 Kinderwagen in den Kindergarten gegangen. Und wir waren immer pünktlich.
Und weil die Zweiten von Anfang an einen strukturierten Alltag kennen, ist das ganze Leben der Familie auch etwas einfacher, weil sich halt nicht nur alles um das Kind dreht.

„Meins“

Die Zweiten lernen auch vieles schneller. Also fast alle kleineren Geschwister können als eines der ersten Wörter „Meins“ sagen. In einer Welt als jüngeres Geschwisterkind ein überlebenswichtiges Wort.
Denn das Spielzeug, dass man gerade in der Hand hat ist mit Sicherheit das Spielzeug, dass auch die Schwester will – daher muss man „Meins“ schon sehr sehr früh sagen können
Die Zweiten härten auch sehr schnell ab und dürfen keine Mimosen sein. Denn Kleinkind Nummer 1 vertut sich noch oftmals, wie fest die kleine Schwester umarmt, geschubst, gedrückt oder geküsst werden darf.

Doch der aller größte Vorteil: Die Zweiten haben einfach immer ein Kind zum Spielen Zuhause. Und wenn beide Kinder miteinander spielen und lachen, dass ist das schönste Gefühl überhaupt.

xxx, cu euer Fräulein Wien

 

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