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Einen schönen guten Morgen …. gibt´s bei uns grad nicht!

Frau Emily ist gerade in einer schwierigen Phase. Und weil sie in einer schwierigen Phase ist, bin ich es auch. Und es nervt gewaltig.
Bei uns Zuhause ist es so, dass die ganze Familie um 6 Uhr aufsteht. Die Kinder freiwillig, die Eltern eher weniger freiwillig. Mr. D muss, wenn er Dienst hat, gegen halb 7 ausser Haus, was bedeutet, dass der ganze Wahnsinn rund ums „Fertigmachen der Kinder“ bei mir hängen bleibt.
Und ich bin ehrlich – meinen Morgen wünsche ich niemanden!
Jemand der kein Kind im Alter zwischen 2-3 Jahren hat, kann sich das nicht vorstellen, aber hier: das Protokoll des heutigen Morgen-des-Grauens.
Gleich nach dem Aufstehen ist mein erster Gang zur Kaffeemaschine. Während der Kaffe runterläuft, schnappe ich mir die kleine Hanna zum Wickeln und Umziehen.

Danach frage ich Emily, ob wir die Nachtwindel ausziehen können und aufs Klo gehen wollen. Die Antwort darauf bekomme ich in den nächsten 2 Stunden noch rund 100 Mal zu hören: NEIN.
Gut, ich gehe Richtung Kaffeemaschine um mir meinen Kaffee zu holen. Da kommt Frau Emily schon und meint „Mama ich muss Lulu“. Also doch Richtung Klo. Gerade als ich sie auf den Kinderklositz setzen wollte, fängt sie zu zappeln und schreien an. Warum? Der Klosessel ist zu kalt (Nicht, dass ihr Popo schon das Klo berührt hätte… aber bitte!) . Also Richtung Topfi (steht im Bad). Aber auch das ist zu kalt.
Also föhnt es Mama warm!!!!.
(Ich hatte noch immer keinen Schluck Kaffee!)
Währenddessen höre ich ein Geklapper. Hanna! Sie ist ins Klo gekrabbelt und bahnt sich ihren Weg zum Klobesen… neeeeein. Hanna geschnappt und ins Wohnzimmer gesetzt. Emily ist am Topf fertig. Natürlich will sie ihr Lulu selber ins Klo schütten.
Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass ich keine 2 Minuten später Lulu-Spritzer rund um das Klo weggewischt habe.

Ab in die Küche. Der erste Schluck Kaffee. Endlich!
Gut, die Kinder sollen noch was Essen. Unkompliziertes Kind – also Hanna – in den Kinderstuhl und einen Striezel mit Butter. Ich frage Emily, ob sie auch einen Striezel will. Weinend haut sie sich auf den Boden und schlurchzt:
„Mama ich will nicht Frühstücken“.
„Okay. Möchtest du was trinken?“
„ja, Saft“
Mama bringt Saft
Kind weint wieder. „Mama ich will Wasser“.

Nachdem Hanna gegessen hat, alle Brösel im Umkreis von 2 Meter weggewischt wurden, gehts darum, dass Emily sich anziehen soll.
Ich biete ihr immer 2 Outfits an. Heute hat keines gefallen:
-> das schwarze Kleid mit dem Hasen: zu dunkel
-> die vorgeschlagene Jean: zu groß (natürlich nicht…. aber naja)
Nach langen Verhandlungen über die adäquate Kleidung (nicht nur Legging und kurzes T-Shirt und auch kein Eisprinzessinen -Nachthemd), sind wir zur Abwechslung mal auf dem Klo.Glücklicherweise war der Klositz diesmal nicht zu kalt 🙂

Dann kommt der schwierigste Teil: Zähneputzen.
Uns alle 3 quetsche ich in unser kleines Bad. Hanna im Hochstuhl bekommt eine Zahnbürste in die Hand gedrückt. Emily darf sich aussuchen ob „Einhorn oder Minion Zahnbürste“ – ist aber eh wurscht… sie hasst Zähneputzen momentan wirklich.
Eigentlich hasst Emily Zähneputzen seit dem ersten Zahn – die Abstufungen des Widerstandes variieren. Bei mir ist der Widerstand größer als beim Papa (oder er ist stärker?) und zu Zeit hassen wir Zähneputzen mal wieder so sehr wie nichts anderes.
Und ich habe alles probiert. Eine Auswahl an Zahnbürsten von der kleinen Mädchen sonst nur träumen, eine süße Sanduhr. Geschichten ums Zähneputzen. Erpressungen mit Belohnungsaussichten auf ein Video. Nichts hilft. Schlussendlich sitzt sie strampelnd auf meinem Schoss und ich versuche einfach kurz die Zähne zu putzen.

So jetzt noch schnell Gesichtwaschen Emily. Also Handtuch um Kind gewickelt und ich wische mit einem Waschlappen ihr Gesicht ab. Auf einmal ist Emily ganz ausser sich und weint wieder.
„Was ist los Schatz?“
„Mama, mein Gesicht ist jetzt nass“
???? Mir fehlen die Worte!!!

Es ist ungefähr schon eine Stunde weg. Ich bin noch immer im Pyjama und trinke noch immer an der ersten Tasse Kaffe.

Gut, ich gehe schnell duschen. Kinder werden ins Wohnzimmer zum Spielen gesetzt.
Das Haarshampoo war noch nicht geschäumt in meinen Haaren, als beide vor der Badewanne standen und mir zuschauten. Super – Badezimmertür sperrangelweit offen, na duschen wir halt mal wieder wenns kalt ist (und rasieren kann ich mich auch nicht-> Emily stellt schon zu viele Fragen und ich weiß nicht, was sie dann im Kindergarten erzählt). Also unrasiert, erfroren aus der Dusche. Mittlerweile ist natürlich das ganze Spielzeug im Bad verteilt. Sehr schmerzhaft auf 2 Legosteine getreten, weil ich einem deiner Kinder in dem Minibad ausweichen musste!

Emily auf einmal: „Hanna rieeeeeeecht“  – und da seh ich es schon hinten am Body hochkommen. Oh nein oh nein. Ab mit Kind 2 auf den Wickeltisch – und komplett ausziehen, waschen und nochmals anziehen. Kleine Randnotiz: Hanna ist 1 Jahr alt und hasst es umgezogen zu werden. Alles andere ist so viel interessanter und wie kann ich von ihr verlangen, ganze 3 Minuten kurz liegen zu bleiben??Während ich also Hanna anziehe, beschließt Emily sich wieder auszuziehen. Ihre Strumpfhose hatte am linken kleinen Zeh ein bisschen Duschwasser abgekommen – die Strumpfhose ist jetzt nass. Und bei der Gelegenheit entledigt sie sich auch gleich von der Unterhose. Warum? Weil sie es kann.
Emily rennt also halbnackt (wortwörtlich) ins Wohnzimmer und geht spielen.
Kurz darauf bitte ich sie wieder was anzuziehen. Natürlich komme ich mit einer Handvoll Unterhosen zur Auswahl und föhne die Strumpfhose trocken.
Irgendwann sind beide Kinder angezogen. Und ich auch.

Dann schnapp ich mir Hanna und zieh Jacke und Schuhe an, ab in den Kinderwagen und für die Arme heißt es jetzt: auf Emily warten…… und das kann dauern!!
Dann startet der tagtägliche zweite Kampf:
„Emily wir gehen jetzt in den Kindergarten“
„Nein, ich spiele noch “ (eine Variante davon ist auch „Nein ich will heute nicht.“ )
„Komm Emily, Hanna ist schon fertig“

Stille…
„Emily bitte. Sonst darfst du nicht in den Kindergarten“ (Haha, würde ich natürlich nie machen – und Emily weiß dass leider auch schon)
stille…
„EMILY !  KOMM! JETZT!“

Nach gefühlten Stunden kommt die Madame endlich.
Anziehen des Schales:
„Nein der Schal kratzt.“
„Nein der Schal geht über den Mund. “
„Nein der Schal ist so dunkel beim Aufsetzen. “
Schuhe:
„Mama ich will die Regenschuhe.“
„Nein es hat nicht geregnet und es ist kalt, wir ziehen die Winterstiefel an. „“NEEEEEIIIIN!!!!! Gummistiefel…. “ liebevolles unterstreichen des Wunsches mit wütenden am Boden werden.

Zu diesem Zeitpunkt bin ich schon leicht entnervt. An manchen Tage versuche ich Emily davon zu überzeugen, dass ich jetzt ohne sie losgehe, wenn sie sich nicht anzieht – Ist aber ehr kontraproduktiv. Also ich mal wirklich aus der Türe raus bin, war Emily so außer sich, dass es 10 Minuten dauerte bis sie sich beruhigte.
Natürlich erzieherisch total falsch habe ich heute einen anderen Weg eingeschlagen und Emily versprochen, dass sie etwas Lipgloss haben darf, wenn sie Winterstiefel, Schal, Haube UND die Winterjacke (und nicht die Regenjacke) anzieht.

Was soll ich sagen? Wir waren sehr spät dran, ich schweißgebadet… aber Emily ist mit kompletter Wintermontur und ein bisi Lipglos aus der Wohnung spaziert.

Somit, bis morgen auf ein Neues
xxx, eurer Fräulein Wien

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