Allgemein, Kinder/Toddlers

Lass uns Freunde bleiben – trotz Kinder?

Viele von euch denken bei der Überschrift sicher an Eltern die sich getrennt haben oder trennen werden. Aber heute geht es hier nicht um gescheiterte Partnerschaften, sondern um gescheiterte Freundschaften. Und diese bleiben nicht bestehen, weil man Kinder hat, sondern hören genau deswegen auf.

Ich gebe es zu, es gibt in meinem Leben ein paar Menschen die ich sehr vermisse. Und ich denke an einige von ihnen auch recht oft. Denn ehrlich gesagt – eine Trennung von Freunden kann auch schmerzhaft sein. Vor allem, weil so eine Trennung ja nicht bewusst stattfindet, sondern schleichend passiert. Denn irgendwann stellt man am Ende des Jahres auf einmal fest, dass man den- oder diejenige das letzte Mal auf dem Neujahrsbrunch gesehen hat. Und dann trifft es einen doch. Denn auf einmal besteht eine innige Freundschaft nur noch in der Vergangenheit.

Ich habe nach diesem Erlebnis über meine Freundschaften, die Bestehenden, die Neuen, aber auch die Vergangenen nachgedacht und aus meiner Sicht gibt es 3 Gründe, warum Freundschaften bei Jung-Eltern sich neu ordnen:

1. Die Kinderlosen (HAUPTGRUND!)
Ich gebe mich überhaupt keinen Illusionen hin: Ich bin ein wirklich schlechter Gesprächspartner für „Nicht-Eltern von Kleinkindern“. Von mir darf man sich aktuell keine leiwanden Agenturgeschichten erwarten oder hippe Tipps zum Ausgehen. Und Nicht-Eltern interessiert das Thema Kinder und alles was sonst noch das Thema Kinder streift in einer überschaubaren Dosierung . Was wiederrum für mich schwierig ist, weil  ich auch gerne über meine Familie und meine Kinder spreche. Und natürlich stolz erzähle, dass meine Große schon allein Lulu-geht. Kinderlose können meinen Stolz ja nicht nachvollziehen, die wissen ja nicht, dass die Große fürs Lulu-Gehen eigentlich noch ziemlich klein ist.
Ich hingegen halte die tollen Reisegeschichten der letzten Afrika-Safari, die super tolle Beförderungsstory oder die krassen Ausgehgeschichten beim letzten Clubbing auch nur in einer geringen Dosis aus … weil ich das natürlich auch gerne erleben würde, aber grad nicht so kann 🙂
Und ganz abgesehen von den überschaubaren Gesprächsthemen kommt ja noch dazu, dass es extrem schwierig ist, ein passendes Zeitfenster zum Treffen zu finden.
Meiner Erfahrung nach können sich „Nicht-Eltern“ um 15 Uhr nach dem Kindergarten meist nicht treffen. Und am Wochenende sind sie sich dann nicht sicher, ob der von mir kommende 9 Uhr Treffpunkt für einen Ausflug nach Schönbrunn wirklich ernstgemeint ist.

2. Die NEUEN Freunde um die Ecke
Ich liebe meine „Mädels“. Aber mit Kindern hat sich bei fast allen (also, bei allen außer bei mir) der Wohnort geändert. Vor 5 Jahren haben alle meine Mädels in einem Radius von 15 Minuten mit dem Auto gewohnt. Heute sind es bis zu 50 Minuten – Fahrzeit wohl gemerkt.
Und schon öfters habe ich die eine oder andere Freundin nach dem Kindergarten mit meinen 2 Kleinen besucht. Das Problem ist natürlich nie die Auto-Hinfahrt… Aber eine Rückfahrt mit schreienden, müden Kindern – mit viel Pech mitten in der Rush-Hour  – ist einfach nicht lustig. Und dementsprechend selten unternehmen Jungeltern solche Ausflüge unter der Woche.

Und im Gegensatz dazu ist es so entspannt unkompliziert sich mit der neuen Kindergarten-Mama-Freundin, die eine Gasse weiter wohnt, zu treffen. An dem verregneten Nachmittag lädt man auf einen Kaffee ein, am nächsten Tag geht man noch spontan nach dem Kindergarten gemeinsam auf den Spielplatz.  Diese Umkompliziertheit in den Treffen und die Wohnnähe sind natürlich für alle Eltern von Kleinkindern von Vorteil. Ein wunderbarer Nebeneffekt dieser Treffen ist selbstverständlich auch, dass sich die Kinder noch besser kennenlernen und super miteinander spielen. Was mich zu Punkt 3 bringt:

3. Die Kinder mögen sich nicht. 
Schon in frühen Jahren gab es Kinder mit denen Emily lieber gespielt hat, als mit anderen. Auch wenn sich Kleinkinder nicht immer klar ausdrücken, aber welche Personen sie wollen oder eben nicht, geben sie sehr klar zu verstehen.
Wir hatten bislang zwar noch nie den Fall, dass Emily zu einem Kind gar nicht wollte.
Dennoch muss ich immer an die warnenden Worte meiner Mutter denken: „Wenn sich die Kinder nicht verstehen, steht die Freundschaft auf der Kippe.“
Und als Mama mit 2 Kindern, wenig Zeit und noch weniger Nerven, da kann ich das mehr als gut verstehen. Denn wie furchtbar ist es , wenn du eine Freundin auf ein Tratscherl besuchst und die Kinder zanken sich ununterbrochen.

Mein Fazit ist : 
Eine intensive Freundschaft mit kinderlosen Freunden ist mir im Moment nicht möglich – auch wenn ich (wie gesagt) einige von Ihnen in meinem tagtäglichen Sein vermisse.
Dem gegenüber stehen aber auch sehr schöne neue Freundschaften, die ich ohne Kinder nicht hätte.
Die Freundschaft zur meinem „alten“ Freundinnen (die alle weit verstreut wohnen) klappt meines Erachtens aus 3 Gründen:
1. Wir sind alle Mamis und unsere Kinder etwas gleich alt.
2. Wir versuchen uns immer am Laufenden zu halten, auch wenn wir uns selten sehen. Mal zwischendurch anrufen, mal eine Mail schreiben und bei uns funktioniert super: Eine Whats App Gruppe 🙂
3. Und alle paar Monate muss ein Mädchen-Brunch/Abend organisiert werden… in letzter Zeit auch schon mal ohne Kinder 🙂

In diesem Sinne, an all meine vermissten Kinderlosen-Freunde einen Kuss,

bis bald, euer Fräulein Wien

 

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