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Nur ja nicht schimpfen, auch wenn´s weh tut.

Heute hatten wir unseren ersten wirklichen etwas ernsteren Haushaltsunfall mit Kind. Und es so klassisch, dass ich nicht fassen kann, dass es uns passiert ist. Ich mein, wir haben sogar ein Herdschutzgitter. Das natürlich nichts hilft, wenn Frau Emily auf dem Stockerl steht und mit Papa zusammen kocht. Und da stellt Papa die Suppe zur Seite und schon im nächsten Augenblick der schmerzhafte Aufschrei der kleinen Köchin. Das rote Herdlicht war magisch – obwohl Mr. D sogar kurz vorher noch gesagt hat – NICHT HINGREIFEN! Sofort hat er sich die Kleine geschnappt und die Hand unter kühles Wasser gehalten. Jetzt muss man wissen, dass unsere Emily ein sehr tapferes Mädchen ist. Sie hat zwar geweint, aber nicht besonders lange. Daher dachte ich, dass es auch nicht so schlimm sein werde. Ich stellte mir eine kleine rote Blase vor.

Als sie dann ins Wohnzimmer zu mir kam und ich  tatsächlich 2 Euro-große Brandblasen sah, da wollte ich schimpfen. Viel Schimpfen. Und zwar mit Mr. D….

Aber noch bevor dieser Gedanke von meinem Kopf zu meinem Mund wanderte, dachte ich an all die andere kleinen Unfälle die wir schon hatten.
Beispielsweise als ich Emily mit 6 Wochen ins Maxi Cosi legte, sie nicht anschnallte, und beim Hochheben das Maxi Cosi nach vorne kippte und unser kleines Baby, ohne jegliche Abwehrreflexe, auf den Boden klatschte. Ich erinnere mich gut an das Geräusch – klatschen trifft es leider sehr genau. Gut es waren nur die paar Zentimeter vom Maxi Cosi auf den Boden (mit Teppich), aber das kleine Mädchen weinte ziemlich laut. Und ich auch.
Ein anderes Mal war, als Emily dann anfing zu krabbeln um die Welt zu erobern. Sie kam zu mir auf die Couch. Ich sah es nicht kommen – obwohl sie NEBEN mir war – und da plumpste sie von der Couch runter, selbstverständlich Kopf über, damit es ja weh tut. Auch Hanna hatte schon den einen oder anderen Unfall: Ihr erster kleiner Unfall war, als sie im Bett war, nicht mehr schlafen wollte und versuchte selbst runterzuklettern.  Ich sah ihr dabei zu, war stolz und kaum hatten ihre Beine den Boden berührt da kippte sie mit all dem Schwung nach hinten und landete sehr unsanft.
Ein ander Mal stritten meine Kinder neben mir miteinander, auf einmal schupste die Große die Kleine, dass diese sehr grob auf den Boden landete.

Und was soll ich sagen, da stand oder saß ich jedes Mal daneben. Man könnte ja keck sagen – ich war vielleicht ja sogar schuld. Und Mr. D hätte eigentlich immer mit mir schimpfen können. Aber in all den Jahren – nicht ein einziges Mal. Kein Vorwurf. Kein Wort des Zorns.
Und dafür war ich ihm in der Vergangenheit immer sehr dankbar. Denn kein Elternteil will, dass sich ein Kind verletzt und doch tun sie es. Und wie mir meine gute Freundin und Mama von 3 Kids mal sagte: „Die schlimmsten Unfälle sind bei uns immer dann passiert, wenn alle daneben waren.“

So schimpfte ich heute nicht, obwohl es weh tat. Dafür nahm ich meine Große in die Arme, kühle ihre kleine Hand und hoffe, dass das der erste ernsthaftere Haushaltsunfall für sehr laaaange Zeit war.

In diesem Sinn,
als Liebe, euer Fräulein Wien.

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