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Die schlimmste Woche meines Lebens – oder der Tag an dem die Grippe ausbrach.

Manchmal denke ich ja, dass es da oben jemanden gibt, der mich abstraft. Denn kaum schreibe ich meine Blog Beitrag fertig, dass endlich alle wieder in den Kindergarten gehen, da werden mir meine Freizeitträume zunichte gemacht. Nein, nicht nur Zunichte gemacht – ich hatte jetzt 7 Tage einen einzigen Alptraum namens Grippe zuhause.

Bisher dachte ich ja auch, dass meine Kinder besonders gute Immunsysteme hätten. Also ausser den einen oder anderen Schnupfen und da und dort mal Bauchzwicken – wir hatten noch nichts Schlimmes. Also meine Kinder nicht. Und ich – mit 36 Jahren – erinnerte mich noch an eine ganz schlimme Margen-Darm-Grippe. Da kotze ich in den Flur meiner Eltern und hatte sogar Fieberträume.  Doch da war ich aber noch in der Volksschule, also „a Zeiterl her“ wie die Wiener sagen.
Egal, natürlich hatte ich auch mal eine Erkältung, oder Fieber, aber nichts Ernstes war mir in Erinnerung geblieben ist.

So sei mir bitte an dieser Stelle auch verziehen, dass ich diese ganze Diskussion rund um die Grippe-Impfung nie besonders ernst genommen habe. Grippe – war für mich eine etwas schlimmere Verkühlung. Ich hatte wirklich keine Vorstellung, wie schrecklich ein Wort für einen Körper sein kann. Aber das hat sich ja jetzt geändert. Denn es kam Tag X.
….also Donnerstag letzte Woche.  Patient 0 unserer Familie war die Große. Und es kam wirklich plötzlich. Noch eben quietschfiedel und schon eine Stunde später, fiebrig um halb 7 auf der Couch eingeschlafen.

Ich war guter Hoffnung, es bei Patient 0 belassen zu können und das es sich nur um eine kleine Verstimmung handelt. Oft sind ja Kinder schon nach 1-2 Tagen wieder fit.
Doch nicht mal einen Tag später war auch Mr. D vollkommen neben sich. Leichenblass und schwach schleppte er sich noch zu seinem letzten Einsatz, um dann zuhause vollkommen fertig in einen 48 Sunden Schlaf zu tauchen.
Schlau wie ich bin, habe ich die beiden Patienten ins Schlafzimmer einquartiert und beschlossen mit Johanna im Kinderzimmer zu schlafen. Tja, da bin ich mal froh, dass Emily schon ein großes Bett hat!!!
Aber mein Plan ging nicht auf – in der Nacht fing natürlich auch noch die Kleine  zu fiebern an.

Samstag Vormittag (ihr wisst schon, der Tag an dem KEIN Arzt offen hat) hatte ich also 3 Patienten zuhause. Die Kinder fieberten zwischen 39 und 40 Grad, außer ich gab ihnen Fieberzäpfchen.  Mr. D war mir keine sonderliche Hilfe, der schlief nur, nippte hin und wieder an seinem Tee und stöhnte sonst nur vor Schmerzen.

Ich bin ja generell schon nicht besonders cool, wenn meine Kinder krank sind. Aber ich bessere mich und versuche alles rational einzuschätzen. Eine Fähigkeit die mir nach der Geburt meiner Ersten leider gefehlt hat – da wäre ich am allerliebsten beim Kinderarzt eingezogen.
Aber auch wenn mein Kinderarzt um die Ecke ist – zu ist zu. Also hab ich natürlich das getan, was Mütter so tun (und nicht tun sollten!!!) – ich habe Dr. Google befragt. 99% der Seiten rieten mir mit den Symptomen meiner Kinder dringend  ins Spital zu fahren…. . Aber auch wenn meine Kinder wirklich stark fieberten, sie tranken, waren ansprechbar – sollte ich wirklich ins Spital?? Alleine die Vorstellung machte mir Angst – alle anziehen. Ins Auto, ins Krankenhaus, dort anmelden und dann wahrscheinlich lange warten. Das wollte ich uns allen ersparen. Also habe ich zum ersten Mal den Ärztefunk angerufen. Eigentlich wollte ich nur einen ärztlichen Rat, was am Besten zu tun sei. Aber man schickte mir einen Arzt vorbei. Der kam auch kurze Zeit drauf und begutachtete meine 3 Patienten.
Bei Mr. D stellte er sofort eine eitrige Bronchitis fest – wo auch immer er die schon wieder her hat. Bei den Kindern riet er mir, dass es wichtig ist, dass sie trinken und immer wieder Fieberzäpfchen, wenn das Fieber zu hoch ist. Also eh das was wir schon machten.

Ich müsst euch mein Wochenende so vorstellen: Ich war vollkommen in Sorge um alle 3. Die wiederrum schliefen nur, fieberten und assen nichts. Es war schrecklich.
Am Montag schleppte ich die beiden Kinder zum Kinderarzt, der mir – oh Überraschung – nichts anderes als der Arzt von Samstag riet. Er gab den Ganzen nur noch einen Namen: Grippe.

Zuhause mit den 3 Patienten umsorgte ich natürlich alle wieder und ganz ehrlich – ich fühlte mich wie Superwoman. Umzingelt von 3 Bakterienschleudern, wobei der kleinste Patient besonders viel Körperkontakt brauchte und mich auch dementsprechend oft annieste, anrotzte und einmal auch ankotzte.
Aber wer blieb restistent ?!?(alle Daumen auf mich)!!!! Check ja, ich hab´s halt drauf (so wie die weibliche Version von Unbreakable) …..

Das Lachen verging mir schon 12 Stunden später. Nichts mit Unbreakable: Schüttelfrost, Fieber, Gliederschmerzen (so was kannte ich in dem Ausmaß noch gar nicht), Kopfweh und einfach nur müde. Somit verbrachten wir alle 4 Dienstag und Mittwoch zusammen mehr oder weniger im Delirium. Einer von den Erwachsenen quälte sich immer abwechselnd auf für die Grundversorgung der Familie – also Teekochen und Brote streichen.

Besondere Sorge hatten wir leider um die Große – sie hat einfach 5 Tage nur Wasser zu sich genommen. Und ich habe ihr alles angeboten! Obst, Brei, alles was wir an Süßigkeiten hatten – nein, sie schrie mich förmlich an: „Ich will nicht essen“.
Wir waren wirklich sehr besorgt.
Aber heute ist Tag 8. Alle erholen sich. Keiner hat mehr Fieber. Wir essen wieder und sind am Weg der Besserung.

Zur Grippe kann ich nur sagen – selbst das einzig Gute an der Grippe für mich – nämlich die Appetitlosigkeit – hat bei mir genau 2 Tage angehalten. Ich finde fairnesshalber, hätte diese auch bei mir eine Woche anhalten können. Ich mein ehrlich , bei mir ist eine Woche „nicht essen“ nicht lebensbedrohlich, … Aber gut, ich hab die Grippe ja auch in knapp 3 Tagen weggesteckt. Bin vielleicht doch Superwoman.

xxx cu euer Fräulein Wien

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