Allgemein

Karenz ade, Teilzeit ole :)

Diesen Blogbeitrag will ich seit 6 Wochen schreiben! 6 Wochen in denen ich es mir jeden Abend vornehme und dann doch lieber schlafen gegangen bin. 6 Wochen in denen ich jetzt arbeite. In denen ich euch mitteilen will, dass die Umstellung von Karenz auf Teilzeitmama ganz schön stressig ist.
Und wie bei allen Umstellungen muss sich der Körper an die neuen Herausforderungen gewöhnen. Ich weiß noch, wie ich meinen ersten 40 Stunden Job begann (wenn ich so nachrechne ist das auch gute 15 Jahre her….uff)  -also  als ich damals zum arbeiten begann, war ich die ersten 3 Monate abends so müde, dass ich nicht verstehen konnte, wie andere Leute noch ein Privatleben haben konnten. Es war mir ein Rätsel. Und auch wenn ich mich sonst nicht mehr wie Anfang 20 fühle (oder so aussehe) so sind meine Gedanke von damals EXAKT die Gleichen. Und ich weiß (hoffe?), dass ich irgendwann wieder zusammen mit meinen Freund wach nach 20 Uhr einen spannenden Film sehen werde. Nicht schlafend auf der Couch  – oder schlimmer. Schlafend seit halb 8 im Bett bei meinem Kind.

Aber kommen wir zum Wesentlichen. Ich gehe seit 6 Wochen wieder arbeiten. Und vor diesen 6 Wochen war der Begriff „Teilzeit“ für mich mit abgehetzten Müttern besetzt, die immer zerrissen sind zwischen Kind und Job. Und nun, da ich selbst zu dieser Gattung Mamas gehöre, kann ich nur sagen -Teilzeit ist eigentlich ziemlich cool.
Vor allem muss ich sagen, so eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist viel wert.

Und nach 3 Jahren Karenz kann ich nur sagen:  ICH LIEBE ES ZU ARBEITEN. Und alle Mamas mit 24 Stunden Rundumbetreuung eines Säuglings beneiden mich .
6 Stunden am Tag gehören mir !! Schon auf den Weg ins Büro kann ich in RUHE die Zeitung lesen.
Ich mache mir mein Frühstück und KEINER grapscht danach und patzt mich mit Marmelade voll. Ich will auf Klo? Kein Problem – ganz alleine mit geschlossener Türe und OHNE Kindergeschrei.
Ich kann meine Handy in die Hand nehmen, ohne dass ein Kind panisch zu mir läuft und „Fotos schauen will“. Ich kann mit diesem Handy dann auch telefonieren, ohne dass jemand mich ständig unterbricht. Und ich kann mich auf eine Sache konzentrieren ohne das alle 30 Sekunden mein Aufmerksamkeit gefordert wird.
Also so ein Beruf kann – man darf es eh nicht allzu laut sagen – fast ein wenig entspannend für die Mamas sein.
Aber nicht missverstehen – mein Job ist immer noch anspruchsvoll, herausfordernd und verlangt viel Konzentration. Doch auch wenn der Job stressig ist, Kinder sind in den meisten Fällen stressiger. Denn da gibts keine Pausen.

Und ich verstehe auch die verwunderten Blicke, wenn mich wer fragt, ob ich die Karenz vermisse und ich antworte, dass ich mich freue wieder zu arbeiten. Die Karenz war eine wunderbare Zeit. Ich habe es geliebt mir meine Zeit frei einteilen zu können, keine Uhr zu brauchen, keinen Wecker. Aber ganz ehrlich. All die freie Zeit und du bist NIE alleine. Du musst dich immer um die Kinder kümmern. Du kannst NIE ausschlafen. DU stehst mal generell früher auf, als alle Berufstätigen. Und bevor die Berufstätigen überhaupt aufgestanden sind, bist du schon das erste Mal wieder müde. Alles was du machst, machst du mit einem Kind am Arm – staubsaugen, putzen, einkaufen….
Und nach getaner Arbeit mal gechillt auf die Couch und eine „Erwachsenen“-Serie schauen – Fehlanzeige. Auch hier gilt: Ich habe vor meiner Karenz mit einem 60 Stunden Job MEHR fernschauen können, als in der Karenz!

Der anstrengendste Job meines Lebens war die Karenz – und das sag ich als leitgeprüfte Werberin 🙂

Doch eines sei schon noch gesagt – noch mehr als die abwechslungsreiche Zeit im Job liebe ich natürlich den Freitag. Denn Freitag ist mein freier Tag. Und die Kinder sind dennoch im Kindergarten. Es hat 3 Jahre gedauert, bis ich wieder regelmässig ein paar Stunden ausschließlich nur für mich habe. UND ICH LIEBE MEINE FREITAGE

Und nun noch kurz ein paar Worte an alle die Mamas mit schlechten Gewissen ihren Kindern gegenüber.
Sagt euch immer folgendes: Glückliche Mamas haben glückliche Kinder. Und wenn euch der Job Spass macht, lasst euch nicht von euren schlechten Gewissen gegenüber den Kindern zerfleischen. Denen geht es gut im Kindergarten. Viele andere Kinder, viel Sing-Sang und basteln und laufen usw.
Und man selbst hat die Möglichkeit sich beruflich Weiterzuentwickeln, seine Karriere voranzutreiben und das wieder zu machen, was einem doch hoffentlich auch Spaß macht. .

Ich versuche natürlich auch allem gerecht zu werden. Und ja, es ist nicht immer einfach. Aber ich bin in vielen Dingen sehr konsequent. Lustigerweise nicht wegen mir, sondern zb. weil ein „nicht pünktliches Gehen“ bedeutet, dass meine Große nicht zum Turnen gehen kann. Oder dass wir dann am Nachmittag nicht mehr auf den Spielplatz gehen können. Und der Gedanke daran, dass meine Kinder zurückstecken müssen, spornt mich zu einer Konsequenz an, die ich nur für mich, nie gemacht hätte.

Und so lerne ich durch meine Kinder auf meine alten Werbetage noch,
dass man Prioritäten setzen muss, die manchmal einfach nicht „Work“ sondern „Life“ heißen.

Hoffe das die Büromama Bloggerin es ganz bald wieder schafft, bis dahin,

XXX euer Fräulein Wien

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s